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Historie Citroën

Die Geschichte der Marke Citroën

Andre-Citroën

Kaum eine Marke wird so sehr mit Kreativität, Innovation und Originalität gleichgesetzt wie Citroën.

Obwohl Firmengründer André Citroën erst 1919 mit der Produktion von Autos begonnen hat, ist er bereits Mitte der 20er Jahre die unangefochtene Nummer Eins in Frankreich und zugleich der größte europäische Automobil-Produzent.

Als erster europäischer Autohersteller hat Citroën die Fließbandfertigung nach dem Vorbild von Henry Ford eingeführt. Sie erlaubt ihm bereits 1924 eine Jahresproduktion von 50.000 Autos – Zahlen, von denen andere europäische Marken damals nicht einmal träumen können.

Auch in anderen Bereichen besitzt Citroën, der zwar an der Pariser Ecole Polytechnique studiert hat, aber anders als sein Erzrivale Louis Renault eher Geschäftsmann als Konstrukteur ist, einen ausgeprägten Sinn für innovative Ideen: So erwirbt er bei Edward G. Budd in den USA die Lizenz für die Produktion von Ganzstahlkarosserien, die er ab 1926 mit dem Modell B12 in Großserie herstellt.

1925-Citroën-Eiffelturm-Werbung

Neue unkonventionelle Wege geht André Citroën auch in puncto Werbung und Marketing. Bis heute unvergessen ist beispielsweise der mit 250.000 Glühbirnen bestehende Citroën-Schriftzug am Pariser Eiffel-Turm. Dieser dient 1927 übrigens Charles Lindbergh als Zielorientierung bei dessen legendären Atlantikflug.

Arnaud 25

Im Dezember 1934 muss André Citroën jedoch Konkurs anmelden. Die hohen Entwicklungskosten des Traction Avant, der Bau eines neuen Werkes, aber auch die Folgen der Weltwirtschaftskrise haben die Marke finanziell überfordert. Den gigantischen Erfolg des Traction, der insgesamt 23 Jahre lang produziert werden wird, erlebt André Citroën, der am 3. Juli 1935 verstirbt, leider nicht mehr.

Im Todesjahr des Firmengründers endet auch die Produktion im deutschen Montagewerk in Köln Poll, wo seit 1927 immerhin 18.710 PKW und 1541 LKW entstanden sind.

Mit der Firmenübernahme durch Michelin beginnt eine harte Sanierungsphase, die zugleich aber auch eine wichtige Epoche der Markengeschichte einleitet. So entsteht in der Michelin-Phase gleich eine ganze Reihe von ikonischen Modellen der Marke.

Den Anfang macht 1948 der 2CV, der ursprünglich als preisweites Auto für die französische Landbevölkerung gedacht ist, aber aufgrund seines genialen Konzeptes weltweit so erfolgreich ist, dass er bis 1990 produziert wird. Noch revolutionärer präsentiert sich 1955 die DS, die technisch, aber auch in puncto Design Maßstäbe setzt.

Für letzteres zeichnet – wie bereits beim Traction Avant und beim 2CV – Flaminio Bertoni verantwortlich, der bis zu seinem plötzlichen Tod im Februar 1964 parallel stets auch als bildender Künstler arbeitet. Neben der DS ist es sicherlich der letzte Entwurf Bertonis, der 1961 präsentierte AMI6, der am besten dessen Credo illustriert, dass im Grunde zwischen einer Plastik und einer Karosserie kein Unterschied bestehe, da „alles, was einen Körper besitzt, auch Skulptur ist“.

Auf die nicht nur bei Citroën-Liebhabern hoch im Kurs stehende Ära Bertoni folgt Mitte der 60er Jahre die Ära Robert Opron, aus der 1970 mit dem GS und dem in Kooperation mit Maserati entwickelten SM zwei weitere Markenklassiker hervorgehen. Ihren krönenden Abschluss findet diese Phase 1974 mit der Vorstellung des Citroën CX, der die Nachfolge der legendären DS antritt.

Die zahlreichen Neuentwicklungen, aber auch hohe Verluste durch Fehlentscheidungen, sorgen 1974 ein weiteres Mal für eine Insolvenz der Marke, die   zu einer Übernahme durch Peugeot führt. Doch auch als Teil des PSA-Konzerns wird Citroën stets eine spezifische Note besitzen, die sich nicht zuletzt durch Mut zu unkonventionellem Design und Persönlichkeit auszeichnet – was unter anderem Modelle wie der BX von 1982, der XM von 1989, der Ysara Picasso und dem C3 Pluriel von 1999 und der C6 von 2005 belegen.

Dass Citroën mit dem Berlingo 1996 das vielkopierte Konzept des Hochdachkombis eingeführt hat, sollte auch nicht unerwähnt bleiben…