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Historie Citroën 2CV

Die Geschichte der Ente

Kein Zweifel, die Ente gehört zu den ikonischen Modellen der Automobilgeschichte. Präsentiert auf dem Pariser Salon 1948, entwickelt sich der von einem 375ccm-Motor angetriebene Citroën 2CV in kürzester Zeit zu einem Bestseller. Die Nachfrage ist so groß, dass Kaufinteressenten Anfang der 50er Jahre bis zu sechs Jahre auf ihren neuen Deuchevaux warten müssen.

Schon früh gilt der robuste und sparsame 2CV – dessen Motor bis 1954 gerade einmal 9PS leistet – als ideales Gefährt für Fernreisen. Legendär ist vor allem die „Tour du Monde“ von Jacques Séguéla und Jean-Claude Baudot, bei der die beiden Studenten zwischen Oktober 1958 bis November 1959 mit ihrer 12PS-Ente alle fünf Kontinente durchqueren.

Mit dem Erscheinen des Renault R4 erhält der 2CV allerdings 1961 eine ernstzunehmende Konkurrenz. Sie bewirkt, dass Citroën erstmals im großen Stil für den 2CV wirbt, der nun bereits ab Werk mit einem Image versehen wird: „Er ist mehr als ein Auto, er ist ein Lebensstil“.

Parallel dazu erfolgen auch technische Updates: So ersetzt im Herbst 1962 ein elektrischer Scheibenwischer das Modell mit Tachowellenantrieb. Im Februar 1963 erhält auch der 425ccm-Motor eine kleine Leistungsspritze, so dass dieser nun 16 anstatt 12 PS entwickelt. Im Folgejahr entfallen schließlich die berühmten Selbstmördertüren, die auch noch die frühen Exemplare der 1963 vorgestellten Luxusversion AZAM auszeichnen.

Ab den späten Sechzigern erfreut sich die Ente vor allem unter Studenten großer Beliebtheit. Die Woodstock-Generation fährt mit ihren zumeist bunt bemalten Enten jedoch nicht nur zu Festivals und Demos – so manche aus dritter oder vierter Hand billig erworbene 12PS- oder 16PS-Ente reist auf ihre alten Tage noch einmal bis nach Marokko oder ans Nordkap.

Andre-Citroen-Historie-2cv

André Gustave Citroën (5. Februar 1878 in Paris; † 3. Juli 1935)

Anfang 1970 präsentiert Citroën mit dem 2CV4 und dem 2CV6 zwei neue Modelle, die mit 23 bzw. 28PS deutlich stärker motorisiert sind. Mit minimalen Änderungen wird das 600ccm-Triebwerk des 2CV bis zum Produktionsende im Juli 1990 verwendet werden.

In den Siebzigern verkauft sich der 2CV  blendend. Die Ente passt perfekt zum zwanglosen Zeitgeist eines bunten Jahrzehnts. Die Energiekrise des Jahres 1973 macht aber auch den niedrigen Verbrauch verstärkt zu einem wichtigen Kaufargument.

Mitte der 70er Jahre ist der 2CV bereits ein Kultauto, dessen Fans sich über die ganze Welt verteilen. Im Sommer 1975 findet deshalb im finnischen Puumala das „1st international meeting of 2CV friends“ statt, das erste von bis heute 22 Welttreffen, die alle zwei Jahre jeweils mehrere tausend 2CV anlocken.

Im Oktober 1980 präsentiert Citroën das Sondermodell Charleston im edlen 20er-Jahre-Design, das 1981 – parallel zur Einführung vorderer Schiebenbremsen – in das reguläre Programm aufgenommen wird.

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Ein Citroën 2CV (Ente) mitte der 70er in Paris

1985 erscheint die erste Auflage des Sondermodells Dolly – zwei weitere werden folgen. Im selben Jahr feiert Citroën mit der „I fly bleifrei“-Ente die steuerbegünstigte Einstufung als „bedingt schadstoffarm“. 1987 präsentiert Citroën Deutschland mit der „Sauss-Ente“ schließlich noch ein weiteres grünes Sondermodell.

Ab Mitte der 80er werden allerdings in fast allen europäischen Ländern neben den Umwelt-  auch die Sicherheitsvorschriften für Neuwagen verschärft – in vielen Exportländern kann der 2CV deshalb nicht mehr verkauft werden kann. Um einen immer wahrscheinlicher werdenden Produktionsstopp zu verhindern, geben Vertreter der europäischen 2CV-Clubs am 19. Juli 1987 bei der Pariser Firmenzentrale einen mit 2.097 Unterschriften versehenen weißen 2CV ab. Vergeblich, denn bereits 1988 endet die Fertigung im Pariser Stammwerk Levallois.  In diesem Jahr werden gerade noch 22.217 Enten produziert, von denen das Gros übrigens nach Deutschland exportiert wird. Am 27. Juli 1990 endet schließlich auch die Produktion im portugiesischen Mangualde – nach insgesamt 5.114.961 Exemplaren.